Vereinsgeschichte

1848 Nach dem politischen Umbruch in diesem Jahr schlossen sich mutige Männer aus Alfter zusammen, um Arme und Schwache vor Freiheitskämpfern und anderen Freischärlern zu beschützen. Als wieder Ruhe und Ordnung in Deutschland eingekehrt war, blieben diese Männer beisammen und gründeten die Schützenbruderschaft Alfter. Diese neue Bruderschaft hat sich den Namen des heiligen Hubertus als Schutzpatron auserkoren. S.D. Fürst Salm Reifferscheid, seinerzeit wohnhaft in Grevenbroich und begütert in Alfter, übernahm damals die Schutz- und Schirmherrschaft über die junge Bruderschaft.

1850 Schon bald nach der Bruderschaftsgründung, damals noch im Wald an einer großen Eiche, wurde als erster Alfterer Schützenkönig Matthias Forschlach ermittelt. Den Vorsitz führte in dieser Zeit Hauptlehrer Linden. Wenig später stellte S.D. Fürst Salm Reifferscheid dem Verein ein Grundstück für den Bau eines Schießstandes zur Verfügung. Die Schützenfeste wurden fortan dort gefeiert und galten als Volksfest im Dorf. Als Schusswaffe diente damals ein Vorderlader Kaliber 12.

1870/71 In diesen Kriegszeiten führten die Schützen eine Unterstützungskasse für Arme ein. Nicht nur die in Not geratenen Schützen, sondern auch arme Mitbürger im Dorf wurden daraus unterstützt.

1880/89 Die schwerste Zeit für die Schützen war die Zeit des Kulturkampfes in den achtziger Jahren des vorletzten Jahrhunderts. Gerade in dieser Zeit bewährten sich die religiösen Grundlagen der Schützen. So geleiteten sie zum Beispiel bei der Fronleichnamsprozessionen, mit dem Gewehr bewaffnet, das Allerheiligste durch den Ort.

1891 Auf Regen folgt Sonnenschein. Davon zeugt ein Protokoll vom 04. Januar 1891. Lehrer Linden lebte schon nicht mehr und an der Spitze der Schützen stand der Maurermeister Theodor Wieler aus Olsdorf. Die Schützen veranstalteten ihren ersten Fastnachtsball. Dazu hatten alle Schützen in Uniform und mit ihren Frauen oder Bräuten zu erscheinen. In diesem Jahr wurden auch schon vier Schützenfeste im Vorgebirge besucht.

1895 Der Vorsitzende Theodor Wieler bat wegen seines Alters um Ablösung. Sein Nachfolger wurde Michael Hennes. Das man damals sehr sparsam war, zeigt das Protokoll vom März 1895. Mitglied Zündorf hatte für seine Arbeiten auf dem Schützenplatz einen Tagelohn von 2,50 Reichsmark in Rechnung gestellt, welcher von den Revisoren als zu hoch befunden wurde und daher weitere Arbeiten dem Schützenbruder Max Pütz für 1,50 Reichsmark pro Tag übertragen wurden. Der Zimmermeister Adolf Faßbender übernahm das Fertigen und Aufstellen des Königsvogel für 0,70 Reichsmark pro Stück. Der Königsorden allerdings war hoch geachtet und durfte ausnahmsweise 40,00 Reichsmark kosten.

1897
Um auf auswärtigen Schützenfesten konkurrenzfähig zu bleiben, schaffte man neue Büchsen an. Der Vorderlader wurde durch den Hinterlader abgelöst. Die Patronen dazu wurden von den Schützen aus Kostengründen selbst angefertigt.

1898
Die Bruderschaft feierte ihr 50jähriges Jubelfest. Es wurde mit einem Fackelzug und einem Festkommers eröffnet und von vielen Bruderschaften besucht. Laut Protokoll muss das Fest ein voller Erfolg gewesen sein, denn die Kosten für das kommende Hubertusfest wurden ganz von der Kasse übernommen.

1900 In Alfter wurde die neue, unsere jetzige Pfarrkirche gebaut. Aus diesem Anlass schenkte die Bruderschaft der Kirche ein Fenster, das den Schutzpatron den hl. Hubertus darstellt. Die Kosten beliefen sich auf 850,00 Reichsmark, die zum Teil durch Spenden aufgebracht wurden. Zusätzlich zahlte jeder Schützenbruder 10,00 Reichsmark um das Fester komplett zu finanzieren.

1903
Michael Hennes legte nach achtjähriger Tätigkeit als Vorsitzender sein Amt nieder und die Leitung des Vereins wurde in die Hände von Wilhelm Fischenich gelegt.

1904
Peter Schneider übernahm die Vereinsführung von Wilhelm Fischenich. Trotz eines Schuldenstandes von 134,00 Reichsmark wurde die Vereinsfahne für 300,00 Reichmark repariert.

1909
Peter Schneider wurde durch Adolf Kalscheuer im Amt des Vorsitzenden abgelöst.

1911 Nur zwei Jahre später wurde Adolf Kalscheuer, obwohl zunächst wieder gewählt, wieder von Wilhelm Fischenich abgelöst.

1912
Adolf Kalscheuer übernahm erneut die Führung des Vereins. Aus Sicherheitsgründen musste die Schusslinie auf dem Schützenplatz geändert werden. Das dazu benötigte Land bekam die Bruderschaft von S.D. Fürst Salm Reifferscheid geschenkt. Die notwendigen Arbeiten wurden von den Schützen unentgeltlich geleistet. Um die Vereinskasse aufzubessern, wurden auf dem Schützenplatz Sauerkirschen angepflanzt und die Ernte verkauft.

1914/18 Matthias Werner Hennes übernahm die Vereinsführung. Zum ersten mal beteiligte sich die Bruderschaft an einem Fastnachtszug im Ort Alfter mit einem Prunkwagen. In den Jahren des 1. Weltkriegs wurde über die Hälfte der Mitglieder eingezogen. Dank des Vorsitzenden Hennes setzten die Schützen in den Kriegs- und Besatzungsjahren ihre Arbeit fort. In dieser Zeit wurde er von Pfarrer Bergené bestens unterstützt.

1924
Die Rentenmark wurde Zahlungsmittel und auch die Schützen mussten ganz von vorne anfangen. Mit der Rentenmark kam allerdings auch ein Aufschwung in die Bruderschaft. Jedes neue Mitglied musste 10,00 Mark Eintrittsgeld (Aufnahmegebühr) zahlen und jeder Schütze hatte bis zum nächsten Schützenfest eine Uniform zu besitzen. Leider verstarb auch in diesem Jahr unser Protektor S.D. Fürst Salm Reifferscheid. Auf Anregung des Vorsitzenden wurde aus Silbermünzen der Vorkriegszeit eine neue Königskette gefertigt. Der Bau der neuen Schützenhalle wurde in Angriff genommen und im Folgejahr fertiggestellt.

1925 Der Vorsitzende Matthias Werner Hennes war nach 10-jähriger Tätigkeit amtsmüde und legte das Amt in die Hand von Theodor Engels. Um die Eigentumsverhältnisse zu ordnen, wurde die Gesellschaft in einen e.V. umgewandelt. Es folgten Blütenjahre der Schützen im Vorgebirge, und der Schützenbund Vorgebirge wurde gegründet.

1927
Das erste Bezirksbundesschießen wurde veranstaltet und die Alfterer Schützen holten sich die erste Bundeskette.

1929
Das Gasthaus „Haus Viktoria“ wurde zum Vereinslokal der Schützen. Eine neue Fahne wurde angeschafft und eine Jungschützenabteilung von 20 Jungschützen gründete sich. Um das Böllerschießen zu erleichtern kaufte man eine Böllerkanone.

1936 Von der NSDAP wurde den Schützen befohlen – eine kirchlichen Traditionen waren nicht erwünscht – dass sich die Schützenbruderschaft in Schützengilde umbenennt. Der amtierende Vorsitzende Theodor Engels stellte sich vergebens gegen diese Maßnahme und musste sein Amt an Anton Feuser abgeben.

1941
Die Versammlung wählte Peter Kreuzberg zum Vorsitzenden. Es ist ihm zu verdanken, dass die Bruderschaft nach dem 2. Weltkrieg noch Bestand hatte. Von 43 Jungschützen mussten 39 in den Krieg. Sechs von ihnen kehrten leider nicht mehr heim.

1946 Michael Hennes übernahm nun die Führung des Vereins. Gleichzeitig bekleidete er auch das Amt des 1. Bundesmeister vom Bezirk Bonn-Land.

1947 Die 1926 gegründete Matthäus Schützengilde trat der Schützenbruderschaft St, Hubertus bei. Seit diesem Zeitpunkt trägt die Alfterer Bruderschaft den Namen St. Hubertus-Matthäus Schützenbruderschaft Alfter 1848 e.V. In den ersten Nachkriegsjahren durfte, nach Beschlusslage der Siegermächte, nur mit Pfeil und Bogen geschossen werden.

1948
Am 08. August konnte die Bruderschaft auf ein 100-jähriges Bestehen zurückblicken. Ab dieser Zeit normalisierte sich das Vereinswesen wieder in ganz Deutschland. Bedingt durch Sicherheitsauflagen musste der alte Schützenplatz aufgegeben werden. Nach Auflösung und Verkauf des Schützenplatzes, der fürstliches Eigentum war, stellte der zu dieser Zeit amtierende Hochmeister der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften S.D. Fürst Franz-Josef zu Salm Reifferscheid Dyck, der Bruderschaft den Verkaufserlös zur Verfügung.

1957
In diesem Jahre legte der langjährige Brudermeister Michael Hennes, unter dessen Führung die Bruderschaft einen kräftigen Aufschwung erlebte, die Geschicke des Vereins in die Hände von Michael Cronenberg. Unter seiner Leitung konnte auf eigenem Grundstück „In der Fuchskaul“, dem heutigen Görreshof, mit dem Bau eines neuen Schützenplatzes begonnen werden. Durch tatkräftiges Mitwirken aller Mitglieder, konnte der Platz schon im Jahre 1958 eingeweiht werden.

1960 Die alte Böllerkanone wurde außer Betrieb genommen und durch neue Einzelböller ersetzt. Es wurde auch die gesamte Entwässerungsanlage auf dem Schützenplatz fertiggestellt.

1968 Auf der neugebauten 50m-Bahn wurde erstmals das Bezirkskönigschießen abgehalten.

1971 Brudermeister Michael Cronenberg musste aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegen. Die Mitgliederversammlung ernannte ihn wegen seiner einzigartigen Verdienste um die Bruderschaft, zum Ehrenbrudermeister. Neuer erster Brudermeister wurde Anton Hennes. Der Schützenplatz wurde an das Wasser- und Kanalsystem der Gemeinde Alfter angeschlossen.

1973 Die Bruderschaft feierte ihr 125-jähriges Bestehen und Matthias Langen konnte auf eine 70jährige Vereinszugehörigkeit zurückblicken. Zum ersten mal wurde in der Bruderschaft der Titel des Schülerprinzen ausgeschossen.

1975 Fritz Langen feiert in der Bruderschaft seine 25-jährige Hauptmannstätigkeit.

1982 Unser Schützenbruder und amtierender Schützenkönig Franz Hennes konnte zum ersten mal für die Alfterer Bruderschaft den Titel des Bezirkskönigs erringen.

1984 Nach 32 Jahren als 1. Hauptmann in der Bruderschaft stellt Fritz Langen sein Amt zur Verfügung. Die Versammlung ernennt ihn zum Ehrenhauptmann. Sein Nachfolger wurde Franz Hennes.

1985 Anton Hennes tritt als Brudermeister zurück und wurde Ehrenvorsitzender. Matthias Schäfer übernahm als 1. Brudermeister die Leitung der Bruderschaft.

1986 Die Entscheidung für einen Generalumbau des Schützenplatzes wurde getroffen. Pläne dafür lagen bereits vor. Die Finanzierung setzte sich aus verschiedenen Zuschüssen, Darlehen und Eigenleistung zusammensetzen.

1987 Werner Fischenich übernimmt das Amt des 1. Hauptmanns von Franz Hennes. Um das Dorfgeschehen zu beleben, veranstaltetet die Bruderschaft ab Pfingsten 1987 das Frühlingsfest mit Bürgervogelschießen und diversen Kinderbelustigungen.

1996 Die Satzung wird geändert und ermöglicht es, dass zukünftig auch Frauen in in die Bruderschaft aufgenommen werden können.

1997 Vorsitzender Matthias Schäfer konnte zusammen mit der Bruderschaft eine neue, sehr schöne und moderne Sportanlage der Öffentlichkeit vorstellen.

1998 Matthias Schäfer stand nach 14 Jahren als Vorsitzender, aus persönlichen Gründen auf der Generalversammlung für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung. Helmut Jonas löst ihn als 1. Brudermeister ab. Für sein überaus umfangreiches Engagement wurde Matthias Schäfer mit dem Titel Ehrenbrudermeister ausgezeichnet.

2004 Das 55. Bundesbezirksfest des Schützenbundes Vorgebirge fand Ende April in Alfter statt. Schirmherr war Simeon Graf Metternich, Enkel unseres Protektors S.D. Fürst Franz-Joseph Salm Raifferscheid Dyck. Unser Vorsitzender und 1. Brudermeister Helmut Jonas trat im August von seinem Amt zurück. Jürgen König wurde von der Versammlung als Nachfolger in das Amt des Vorsitzenden und 1. Brudermeisters gewählt.

2008 Die Generalversammlung am 24. Februar, wählte nach sehr erfolgreicher Amtszeit den Vorsitzenden und 1. Brudermeister Jürgen König wieder für weitere drei Jahre in das Führungsamt.

2008 Mit Ursula Sauer feiert die Schützenbruderschaft den ersten weiblichen König in der Vereinsgeschicht.

2009 Wolfgang Sauer übernimmt das Amt des 1.Brudermeisters von Jürgen König

2009 Helmut Jonas wird im 161. Jahr der Schützenbruderschaft erster Kaiser.